Architekturbüro Seidel + Muskau
D - 35435 Wettenberg
Schanzenstrasse 8
Tel.: 06406 3104
Fax.: 06406 73381
E-Mail: info@seidel-muskau.de


Außenansicht vor der Sanierung

Instandsetzung Turmhaube

Instandsetzung Deckenbalken

Ober-Bessinger Pforte

Ort: Ober-Bessingen
Datum: 2017/2018
Bauherr: Gemeinde Ober-Bessigen


Die Pforte Ober-Bessingen stellt eines der wenigen erhaltenen Torhäuser in Hessen dar und ist damit ein wichtiges Kulturdenkmal in städtebaulicher, geschichtlicher und künstlerischer Hinsicht. Ursprünglich bildete das Torhaus das Ende der alten süd-westlich verlaufenden Hauptstraße. Das Torhaus wurde im Jahr 1782 als Nachfolgebau des abgebrannten Torhauses an gleicher Stelle errichtet.  

Das Gebäude ist als Fachwerkbau ausgeführt und noch an vielen Stellen im Originalzustand erhalten. Ursprünglich war das Gebäude außen mit einem durchgehenden Putz versehen. Die Geschossdecken sind als Holzbalkendecken mit Lehmeinschub ausgeführt.

Im Zuge einer geplanten neuen Nutzung als Museum und Herberge musste das Gebäude umfassend saniert werden.

Die Schadensaufnahme der Fachwerkfassade und der Bau- und Tragkonstruktion wurde von einem Tragwerksplaner und Holzsachverständigen ausgeführt. Auf der Grundlage dieser Untersuchungsergebnisse wurde von unserem Büro ein Sanierungskonzept aufgestellt.

Als erste Maßnahme  wurde die Turmkonstruktion des Dachreiters instandgesetzt. Hier wurden insbesondere die Turmspanten und die Gesimsverkleidungen überarbeitet. Anschließend wurde die Turmkonstruktion mit einer neuen Schiefereindeckung in Altdeutscher Deckung verschiefert. An den Turmwänden wurden zwei neue Ziffernblätter für die Uhr eingebaut.

An den Fußpunkten der Dach- und Deckenkonstruktion waren umfangreiche Schäden vorhanden. Diese Schäden wurden zimmermannsmäßig nach den Angaben des Statikers instandgesetzt. Zum Einsatz kam Eichenholz aus Zweitverwendung. Insbesondere die Ablastung des Turms war statisch mangelhaft. Dies hatte schon zu umfangreichen Verformungen und Schäden an der gesamten Fassadenkonstruktion geführt. In diesem Bereich wurden die Eckstiele der Tordurchfahrt instandgesetzt und das statische System wurde so ertüchtigt, dass nun eine gesicherte Lastabtragung erfolgt.

Die Fachwerkfassade wies umfangreiche Schäden auf, die zimmermannsmäßig instandgesetzt werden mussten. Soweit es möglich war, wurden geschädigte Gefache gesichert. Bei starker Schädigung mussten Gefache ausgebaut und mit neuen Lehmsteinen ausgemauert werden.

Die vorhandenen Holzfenster und die Innentüren desGebäudes sollten soweit wie möglich erhalten bleiben. Daher wurden diese Bauteile für die konstruktiven Instandsetzungsmaßnahmen ausgebaut und eingelagert.

Derzeit erfolgt der Innenausbau des Gebäudes. Dabei werden die Wand- und Deckenflächen wieder mit Lehmputzen versehen und die historischen Dielenböden aufgearbeitet bzw. ergänzt.

 


Instandsetzung Fachwerk Innenwände

Instandsetzung Fachwerk Außenfassade